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    Zeit, dass sich was ändert!

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Zeit, dass sich was ändert!

    Kircheninfo (29/2016)
    Kircheninfo (29/2016) ver.di Kircheninfo (29/2016)  – Zeit, dass sich was ändert!

     
    Diakonie und Caritas sind einerseits christliche Sinnbilder für Einrichtungen, die für Menschlichkeit und Mitgefühle stehen. Die Flüchtlingsarbeit der vergangenen Monate hat dies erneut und eindrucksvoll gezeigt. Dabei sind es nicht nur die Kirchen und staatlich finanzierten Wohlfahrtsverbände mit ihren Einrichtungen, die mit ihrer Integrationsarbeit wertvoll sind. Auch die unzähligen ehrenamtlichen Kräfte, die sich nach wie vor in der Flüchtlingsarbeit engagieren, setzen gegen AfD und Co. ein deutliches Signal. Die Würde des Menschen ist unantastbar, lautet Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes. Lasst uns dazu beitragen, dass dieser Grundsatz für alle Menschen in Deutschland und Europa wieder zur Grundlage unseres Handelns wird.

    Andererseits setzt die Diakonie deutliche Signale in Sachen Löhne und Arbeitsbedingungen. In diesem Sommer wurde die Absicht zufällig öffentlich, Löhne in den Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie um bis zu 20 Prozent abzusenken. Auch in der Caritas wird das »Tarifgeschäft« nicht einfacher. In der Region Ost, dazu gehören auch sogenannte West-Bundesländer, liegen die Gehälter bei 89 Prozent des Westniveaus.

    Die deutschen Bischöfe, katholisch wie evangelisch, leben gut besoldet und versorgt, teilweise staatlich finanziert. Gleiches gilt für die Spitzenmanager der Diakonie und Caritas mit ihren Unternehmen. Fast 80 Prozent Frauen bei insgesamt über einer Million Arbeitnehmer*innen in Diakonie und Caritas leisten Tag und Nacht wertvollste soziale Arbeit in Tausenden von Einrichtungen. Nahezu alle arbeiten in mittleren und unteren Lohnbereichen, in Teilzeit, häufig mit befristeten Verträgen. Können sich die Kirchenchefs überhaupt (noch) vorstellen, dass die Arbeit in der Altenhilfe, in Krankenhäusern, mit behinderten Menschen, die Betreuung von Kindern und vieles mehr gleichzeitig immer auch Lohnarbeit ist? Dienstgemeinschaft und »Dritter Weg« machen nicht satt, zahlen keine Miete und sichern kein gutes Leben bis ins Rentenalter ab.

    Vorschlag: Einführung eines 11. Gebotes: Du sollst den Lohn nicht kürzen.

    Unnütz der Fingerzeig auf die bösen privaten Investoren, die den Sozialmarkt zunehmend fluten. Selber sich diesen Entwicklungen entgegenstemmen, ist das Gebot der Stunde.

    Eure Kirchen.info-Redaktion