Nachrichten

    Dritte Verhandlungsrunde in Potsdam

    Öffentlicher Dienst

    Dritte Verhandlungsrunde in Potsdam

    Gegen 11 Uhr kommen die Busse. 400 junge Menschen aus ganz Deutschland postieren sich vor dem Kongresshotel in Potsdam. „Übernahme, Übernahme, hey, hey, hey“, „Tariflohn für alle“ und „Ohne ver.di wär hier gar nichts los“ schallt es über den Platz.

    Megaphon, Konfettiregen und immer heisere Stimmen – die ver.di-Jugend macht am ersten Verhandlungstag vor dem Kongresshotel ordentlich Stimmung. Die Tarifverhandlungen bei Bund und Kommunen gehen in die dritte Runde, und 400 junge Menschen begleiten den Auftakt und rufen: „Übernahme, Übernahme, hey, hey, hey“, „Tariflohn für alle“ und „Ohne ver.di wär hier gar nichts los“.

    Für die meisten von ihnen ist es die erste Aktion mit ver.di, sind es die ersten Tarifverhandlungen, die sie persönlich betreffen, ist es der erste gemeinsame Streik. „.Ich bin in der Gewerkschaft, um selbst aktiv zu werden, denn ich will für meine Forderungen eintreten und nicht nur meckern“, sagt Auszubildende Janine Mion, die zu den Verhandlungen in Potsdam extra aus Köln angereist ist.


    ver.di-Chef Frank Bsirske begrüßt die Jugendlichen und bekräftigt seinen Standpunkt: Der Wirtschaft gehe es gut, es herrsche Festtagsstimmung, goldene Zeiten, da sollten auch die Beschäftigten angemessen beteiligt werden. ver.di wolle deutliche Lohnzuwächse.

    Kurz darauf sucht sich Bundesinnenminister Horst Seehofer seinen Weg durch die Menge. Er verhandelt zum ersten Mal auf der Arbeitgeberseite für den Bund. Vor der Presse zeigt sich der Minister von den vorausgegangenen ver.di-Streiks und der großen Zustimmung in der Bevölkerung beeindruckt. Vor der dritten Runde hatten sich bundesweit 150.000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt, und in der Woche vor Ostern waren es schon einmal 70.000 Menschen gewesen.

    Der Innenminister lässt vor den Journalisten keinen Zweifel offen, dass die Menschen im öffentlichen Dienst einen wichtigen Beitrag leisten und deshalb auch mit Recht teilhaben sollen an der guten wirtschaftlichen Situation. Dann aber relativiert er auch wieder; seine Wertschätzung sage nichts über das Endergebnis aus. Das sei ja meistens anders strukturiert, als die Forderung.

    Doch am Ende des ersten Verhandlungstages einigen sich die Verhandlungspartner ver.di, deutscher Beamtenbund (dbb), die Verhandlungskommission der Arbeitgeberverbände (VKA) und der Bundesinnenminister zumindest schon mal auf eine gemeinsame Erklärung: Darin heißt es, dass es Annäherungen in Einzelfragen und auch erste Fortschritte gibt. Da aber in der Höhe und der Struktur eines Abschlusses unterschiedliche Positionen herrschen, vereinbaren sie Arbeitsgruppen, die mögliche Berechnungsmodelle erstellen und Annäherungsmöglichkeiten ausloten sollen.

    Heute gehen die Verhandlungen weiter.

    • 1 / 3

    Nachrichten zur Tarifrunde ÖD 2018