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    Eine Pause tut allen gut

    Aktionswoche

    Eine Pause tut allen gut

    Jeder Fünfte schöpft zustehende Pausenzeiten nicht aus.
    21 Prozent beklagen „pausenfeindliches Klima“ am Arbeitsplatz.

    Arbeitsdruck und Hetze nehmen in vielen Branchen ständig zu. Umso wichtiger ist es für viele Beschäftigte, dass sie in ihrem Arbeitsalltag feste Pausen haben. Doch dies mussten Gewerkschaften in langen Auseinandersetzungen erkämpfen. Erstmals setzte der Verband der Buchdrucker 1873 für einen Zehn-Stunden-Arbeitstag je eine Viertelstunde Frühstücks- und Vesperpause in einem Tarifvertrag durch. „Es ist ein großer Erfolg der Gewerkschaften, dass Pausen inzwischen – sowohl durch gesetzliche Regelungen, als auch durch Tarifverträge – breit verankert sind“, sagte Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Montag in Berlin.

    Nach einer Repräsentativ-Umfrage von TNS Infratest im Auftrag von ver.di geben 90 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Betrieb oder ihrer Dienststelle eine tägliche Ruhepause vorgesehen ist. Allerdings wird das Nehmen der Pausen immer häufiger infrage gestellt. Zehn Prozent aller Befragten nutzen die Pausen selten oder nie, 20 Prozent nehmen die Pausen nur verkürzt in Anspruch.

    Hauptgründe für Pausen-Verzicht sind „zu viel Arbeit“ (55 Prozent), die Ver-antwortung gegenüber Kollegen, die dann übermäßig belastet würden (36 Prozent), oder der Umstand, dass der Arbeitgeber es nicht zulässt, die Pause in Anspruch zu nehmen (13 Prozent). Wer die Pause nur verkürzt nutzt, tut dies in zwei Drittel der Fälle (66 Prozent), weil die Pause – unter anderem durch die Arbeitsanforderungen – gestört wird, lange Wege zu den Pausen-räumen von der Pausenzeit abgehen (13 Prozent), der Arbeitgeber die volle Nutzung der Pause nicht gern sieht (15 Prozent) oder die Kollegen die Pausenzeit auch nicht voll ausschöpfen (42 Prozent).

    Ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) hält das Klima und die Räumlichkeiten am Arbeitsplatz für „pausenfeindlich“. Häufig fehlen Pausenräume, andernorts mangelt es an Sitz- oder Kochgelegenheiten, außerdem an Ruhe- oder Rückzugsmöglichkeiten.

    Im Rahmen der Aktionswoche „Eine Pause tut allen gut“ wird ver.di vom 2. bis zum 6. Juni in hunderten Betrieben und Dienststellen das Gespräch mit Gewerkschaftsmitgliedern und Noch-Nicht-Mitgliedern suchen. „Für uns ist es wichtig, nicht nur in Tarifkonflikten oder bei Betriebsratswahlen wahrgenommen zu werden. Wir wollen ganzjährig Ansprechpartner für die Beschäftigten in den von uns vertretenen Branchen sein“, betonte Bsirske. Bereits im vorigen Jahr hatten die rund 3.000 ver.di-Beschäftigten gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Mitgliedern in zwei Aktionswochen über Urlaub und Urlaubsgeld sowie über Weihnachtsgeld informiert.

    Mit Pause geht's besser! ver.di Mit Pause geht's besser!