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    Aus 13 werden vier

    ver.di NEWS

    Aus 13 werden vier

    Ausgabe (10/2017)

      
    Leitartikel:
    Aus 13 werden vier
    ver.di-Bundesvorstand legt Konzept zu einer neuen Struktur vor

    ver.di NEWS (10/2017) ver.di ver.di NEWS (10/2017)  – Aus 13 werden vier

    Vor 16 Jahren wurde ver.di gegründet. 13 Fachbereiche entstanden damals, spiegeln die Organisationsbereiche der fünf Vorgängerorganisationen wider. Heute, 16 Jahre später, hat sich in der Arbeitswelt vieles verändert, als Folge der rasant zunehmenden Digitalisierung zeichnen sich längst weitere Umbrüche ab. Daher hat der ver.di-Bundesvorstand Ende Juni ein Positionspapier zur Zukunft der Fachbereiche vorgelegt. Damit will er „Unschlüssigkeiten in der bisherigen Struktur, die teils aus dem Gründungsprozess herrühren, teils durch unterschiedliche Branchenentwicklungen entstanden sind, auf den Prüfstand“ stellen, wie es in dem Papier heißt.

    Kern ist die Neuaufstellung von Fachbereichen. Aus jetzt 13 Fachbereichen sollen vier neue entstehen. Beispiel Handel und Logistik. Hier sind die Grenzen im Alltag durch den wachsenden E-Commerce bereits stark verwischt, beide Bereiche leiden unter starkem Outsourcing. „Logistiker handeln mit Lebensmitteln und Handelsketten übernehmen Logistik – bis hin zu klassischen Postdienstleistungen“, argumentiert der ver.di-Bundesvorstand in seinem Positionspapier und schlägt die Zusammenlegung der beiden bisher damit befassten Fachbereiche vor.

    In dem Papier ist derzeit nur die Zusammenlegung ganzer Fachbereiche vorgesehen, über die Zuordnung einzelner Branchen zu den neu zu bildenden Fachbereichen soll im Laufe des Prozesses noch diskutiert werden. Ende Juni ist das Papier an die Gewerkschaftsrats-Mitglieder, Landesbezirke, Bezirke und Bundesfachbereichsvorstände weitergegeben worden. In den kommenden Wochen und Monaten soll es vor allem in den Fachbereichen breit diskutiert werden.

    Unter anderem soll sich der ver.di-Gewerkschaftsrat Ende September mit den Vorschlägen befassen. In diese Diskussion sollen Vorschläge, Ergänzungen, Meinungen und Bedenken aller Organisationsebenen einfließen, sagt die Gewerkschaftsratsvorsitzende Monika Brandl. „Wir wollen möglichst alle mitnehmen, keiner soll mit seinen Bedenken auf der Strecke bleiben“, sagt Brandl. Sie hält die Neugestaltung für sinnvoll, weil sich die Arbeitswelt durch Digitalisierung verändert hat, sich weiter verändern wird. „Wir müssen als ver.di immer am Puls der Zeit sein, damit wir unseren Mitgliedern immer den aktuellsten Service bieten können“, so Brandl.

    Zustimmung der Fachbereiche

    Die Organisationswahlen, die Anfang kommenden Jahres beginnen, werden noch in den bisherigen Fachbereichsstrukturen stattfinden. Auf den entsprechenden Bundesfachbereichskonferenzen im Frühjahr 2019 können dann jeweils gemeinsame Bundesfachbereichsleiter/innen nominiert werden. Stimmt der ver.di-Bundeskongress im September 2019 der neuen Struktur zu, wird sie übernommen, gemeinsame ehrenamtliche Vorstände werden im Zuge der Organisationswahlen vor dem Bundeskongress 2023 gewählt.

     
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